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5 bunte Imaginationen, um Ziele zu erreichen

Imaginationen

Warum sind meine Hände feucht? Der Blumenstrauß mit den hellgelben und roten Tulpen muss bis eben noch in der Vase gestanden haben!

Auch meine Augen sind feucht. Aber das hat einen anderen Grund. Genau wie der Kloß im Hals. Die Atmosphäre ist so feierlich. Alles ist erfüllt von Pathos.

Jetzt fängt die Hymne an zu spielen. Eine Gänsehaut bildet sich an Rücken und Armen. Überall kribbelt es. An der Stirnseite des Stadions werden die Fahnen hochgezogen. In der Mitte die schwarz-rot-goldene. Die steht für mich – und für meinen Erfolg:

Ich bin Olympiasieger!

Vor zweieinhalb Minuten hat mir der Bundespräsident die Hand geschüttelt. Und dann die Goldmedaille um den Hals gehängt. Jetzt liegt sie da auf meiner Brust und glänzt im Flutlicht. Küsschen links, Küsschen rechts gab es dann von der französischen Ministerin für Sport und Kultur. Von ihr bekam ich auch den Blumenstrauß. Jetzt erklingt der Schlussakkord der Hymne. Die Musikanten senken ihre Posaunen und Trompeten. Ohrenbetäubender Applaus ertönt. Die 78.423 Zuschauer im Stadion stehen immer noch. Ich winke mit dem Blumenstrauß in der Hand in alle vier Himmelsrichtungen. Die Siegerehrung ist vorbei. Was für ein Gefühl!

Das war eine der Imaginationen, die mir dabei geholfen hat, meine Dissertation erfolgreich zu verteidigen.

Wenn dieses Kopfkino in meiner Fantasie ablief, hatte ich manchmal tatsächlich feuchte Augen. Genau dieses sentimentale Gefühl hat mich angespornt. Dafür kann ich nichts. Es ist einfach in meinem Unterbewusstsein eingeprägt.

Die Sentimentalität weckte in mir den Wunsch, es zu schaffen.

Und so hat sie mich zusätzlich angespornt und darüber hinaus der Imagination viel Energie verliehen.

Und genau deshalb habe ich dieses Bild als mein persönliches Erfolgsbild gewählt: Weil es einfach stimmig für mich war! Für diesen einen Zweck. Nämlich als Grundlage für eine Imagination, die mir dabei hilft, die Verteidigung zu absolvieren.

Warum Anregungen für Imaginationen?

Wie du dir deine eigene individuelle Imagination in 3 einfachen Schritten erschaffst, habe ich hier erklärt. Aber ich will dir mehr geben als nur diese Anleitung.

Wir sind in unserer Gesellschaft permanenter Reizüberflutung ausgesetzt. Immer strömt irgendetwas auf uns ein. Wir müssen uns schützen, indem wir filtern und ausblenden. Das macht das Gehirn ganz automatisch. Es sorgt so dafür, dass es nicht überlastet wird. Aber die Folge ist, dass wir mit unseren Sinnen die Nuancen nicht mehr wahrnehmen können.

Der Himmel ist immer gleich blau, jede Tulpe riecht wie eine Rose, Karotten schmecken gleich wie Pastinaken, usw.

Dabei gibt es z. B. Millionen und Abermillionen Geschmacksnuancen. Ich will dir ein Bewusstsein dafür vermitteln, dass du in der Lage bist, diese Nuancen wahrzunehmen. Und nicht nur den Einheitsbrei.

Je mehr du dir wieder der Nuancen bewusst wirst, desto realer kannst du deine Imagination gestalten. Denn weil die Sinneswahrnehmungen verkümmert sind, ist vielleicht auch deine Fantasie verkümmert.

Ein schöner Nebeneffekt dabei ist: Du kannst die Wahrnehmung auch im Alltag trainieren und so im Moment ankommen. Indem du z. B. den Döner wirklich schmeckst. Nicht nur Fleisch und Joghurtsoße. Auch nicht nur gut oder schlecht.

Sondern scharf, sauer, bitter, würzig.

Und die Art der Würze noch mal differenzierst: Schmeckt es eher nach Pfeffer oder Paprika oder Ingwer oder Weißkohl ….

In diesem Artikel gebe ich dir also Anregungen, …

  • wie du alle Sinne aktivieren kannst.
  • wie du kreativ sein und deine Fantasie spielen lassen kannst.
  • wie du eine Imagination so real wie möglich machst.

Denn nur dann entsteht viel Gefühl. So wie bei mir und meinem Olympiasieg. Und dieses Gefühl hilft dir dabei, ein beliebiges Ziel deiner Wahl zu erreichen.

Azur Pur und Meeresbrise

Ganz weit unten siehst du sie schon. Du erkennst sie an dem sonnengelben Querstreifen auf dem ansonsten leuchten weißen Segel. Sie schaukelt sanft auf den Wellen. Du genießt kurz den Anblick – denn gleich kommt die nächste Kurve. Und du genießt, wie sich dein feuerroter Sportwagen sanft in die Serpentine legt. Du liebst es, die Küstenstraße entlang zu deiner Yacht zu cruisen. Es kribbelt in deinem Bauch. Es fühlt sich an wie frisch verliebt.

Jetzt stehst du in dem winzig kleinen Hafen. Genau vor deiner Yacht. Nur Naturgeräusche sind zu hören. Das Rauschen der Brandung. Eine schreiende Möwe. Du spürst den Wind zart in deinen Haaren. Die Sonne wärmt dein Gesicht angenehm. Dafür hast du gearbeitet. Das ist die Belohung.

Du machst die Augen wieder auf. Das azurblaue Meer glitzert. Über den Steg setzt du über zur Yacht. Du nimmst die Wellenbewegungen wahr. Dann greifst du dir das Steuerrad. Fühlst das glatt polierte Teakholz zwischen deinen Fingern. Du bist am Ziel! Ein Gefühl der Dankbarkeit durchströmt dich.

New York – Milano

Lack!

Es fühlt sich an wie frisch lackierte Nägel. Oder auch wie die neuen Pumps. So glatt, so glänzend. Du machst die Augen auf.

Es glitzert auch wie Lack. Du hältst die neue Ausgabe deiner Lieblingszeitschrift in deinen Händen. So viel hast du für diesen Moment gegeben.

Für deinen Kindheitstraum. Und jetzt ist er wahr! Dir ist, als schaust du auf dein Spiegelbild. Du lächelst dir selbst zu. Du strahlst über das ganze Gesicht. Denn du bist tatsächlich auf dem Cover der Cosmopolitan!

Und noch schöner ist, dass du glücklich bist! Das ist also tatsächlich das, was du wolltest. Erfolgreiches Model sein. So viele Freunde haben immer gesagt: Du brauchst was anderes. Aber das war wirklich dein Weg. Und er hat sich gelohnt. Der Zickenkrieg in der Castingshow. Die Meinungsverschiedenheiten mit der Juryvorsitzenden. Alles vergessen!

Du bist am Ziel! Du bist mittendrin in deinem Traum. Du hast eine Gänsehaut und der ganze Körper kribbelt, als eine Welle des Glücks dich durchströmt.

Oh, wie ist das schön in Rio

Stell dir vor: Du hebst etwas Schweres in die Höhe. Es ist zwar 4,275 kg schwer – aber trotzdem kostet das hochheben keine Kraft. Im Gegenteil: Es ist der pure Genuss! Jetzt siehst du den Pokal über dir schweben. Er glitzert golden im hellen Schein der Stadionbeleuchtung.

Der Lärm ist ohrenbetäubend. 78.472 Menschen jubeln dir zu. Sie klatschen, schreien und lachen. Hörst du, was sie singen? Aus wie vielen Kehlen ertönt dein Name? Du machst die Augen wieder auf. Denn du hattest sie kurz geschlossen um den Moment ganz zu genießen. Jetzt siehst du das Fahnenmeer. Überall ist schwarz-rot-gold. Hinter dir stehen deine Teamkameraden. Du spürst, wie sie springen und tanzen.

Das erinnert dich kurz an das Spiel: Du bist der Kapitän! Du hast das Siegtor geschossen! Dein Schuss von der Strafraumgrenze schlug genau in den Winkel ein. Aber das ist alles egal jetzt – Ihr habt gewonnen! Du bist Fussballweltmeister!

Butterbrot mit Honig

Aber vielleicht bedeutet Erfolg etwas ganz anderes für dich. Weil dein Traum ganz anders aussieht. Vielleicht ist er nicht laut und glamourös. Nicht schillernd und glitzernd. Sondern eher leise, gedämpft und matt. Vielleicht sieht er eher nach ruhigem Glück aus und riecht wie Butterbrot mit einem Klecks Honig.

Stille.

Du stehst barfuss am Ufer. Die Wasseroberfläche glitzert im ersten Sonnenlicht. Um dich herum grünes, sommerlich duftendes Gras, Gänseblümchen und leuchtend gelbe Osterglocken. Deine Waden werden angenehm erfrischt von den Tautropfen. Du atmest tief ein und aus. Schließt die Augen und hörst die Lerchen zwitschern. Das Wasser des Jällunden-Sees plätschert sanft gegen den Steg. Sonntagmorgen in Småland!

Hinter dir, in der roten Holzhütte, liegen deine Frau und deine beiden Kinder. Sie schlafen noch. Ihre Wangen waren ganz warm, als du jedem von ihnen vorhin zärtlich einen Gute-Morgen-Kuss gabst. Du spürst die Sicherheit und das Vertrauen. Du spürst die tiefe Verbundenheit und den grenzenlosen Rückhalt, der sich einfach daraus ergibt, dass sie da sind. Du fühlst dich stark und voller Energie.

Fazit

Ich hoffe, du bist jetzt genug inspiriert, um selbst mit deiner eigenen Imagination loszulegen!

Denn was du gelesen hast, waren nur kleine Beispiele für Imaginationen!

Beispiele dafür, wie du dein eigenes individuelles Bild so lebendig wie möglich machst.

Deine eigene Imagination soll so werden, dass du denkst, dass sie tatsächlich wahr ist. Dass sie Realität ist. Sie soll so sein, dass möglichst viel gutes Gefühl in dir entsteht. Möglichst viel

„Ja, ich schaffe es!“-Gefühl.

Wie immer gilt: Glaube mir nicht, dass es funktioniert, sondern probiere es selbst aus!

Tauch ein in dein eigenes Abenteuerland. Wie in dem Song von Pur.

Und erzähl mir dann von deiner Reise. Welches Ziel wolltest du erreichen? Und: Hast du es Ziel erreicht?

Bilder:
Michael Sohmer, Michaela Hoffmann

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