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Nutze Abend- und Morgengedanken, um effektiv deine Wirklichkeit zu gestalten

Morgengedanken

Wusstest du, dass jeder Mensch pro Tag ca. 60.000 bewusste Gedanken denkt?
Eine ganz schöne Menge. Und doch sind nur zwei dieser ganzen Gedanken besonders wichtig:

Morgen- und Abendgedanken sind die wichtigsten Gedanken des Tages, denn sie gestalten deine Wirklichkeit unmittelbar. Du kannst sie deshalb gezielt einsetzen, um Deine Ziele zu erreichen. Dabei ist es egal, ob du z. B. …

  • deine Elektrotechnik-Prüfung bestehen willst.
  • dir die Stelle als Produktmanager bei deiner Wunschfirma wünschst.
  • oder ob du davon träumst, 3.451 Euro im Monat zu verdienen.

Du fragst dich vielleicht jetzt: Und warum sind Morgen und Abendgedanken so effektiv?

Das Unterbewusstsein hat eine wesentlich größere Kapazität als das Wachbewusstsein. Man spricht von 95 % für das Unterbewusstsein, 3 % für das Wachbewusstsein und 2 % für das Überbewusstsein.

Stell dir zum Vergleich einen halben Teelöffel Kakaopulver in einem Liter Milch vor. Wird die Milch dadurch braun? Vielleicht ein klitzekleines bisschen – aber die allermeisten Menschen würden sie immer noch als „weiß“ bezeichnen.

Genauso ist es mit dem Unterbewusstsein und dem Wachbewusstsein. Die bewussten Gedanken bewirken allenfalls eine kaum wahrnehmbare Veränderung der unterbewussten Gedankenwelt.

Durch das Denken kurz vor dem Einschlafen und besonders kurz vor dem Aufwachen bringst du nun zum denkbar günstigsten Zeitpunkt das Unterbewusstsein ins Spiel. Du machst damit seine riesigen Kapazitäten für deine Ziele nutzbar. Normalerweise liegen sie brach. Oder sie behindern dich auch noch. Weil nämlich das unterbewusst Gedachte deine Ziele eher behindert als unterstützt.

Abend- und Morgengedanken sind also höchst effizient. In relativ kurzer Zeit kannst du dadurch viel für die Verwirklichung deiner Träume tun. Lies weiter unten mehr zur Funktionsweise des Denkens.

Aber zuerst erkläre ich dir, wie du konkret vorgehst.

Der Abendgedanke

Den Abendgedanken hast du im Bett. Oder noch besser: bevor du ins Bett gehst. Schaff dir am besten ein kleines Ritual, mit dem du dich auf das Zu-Bett-gehen einstimmst.

Knipse zum Beispiel das Licht aus und stelle dich im Dunkeln vor das Bett. Lass dich für einen Moment zur Ruhe kommen. Lass das, was an diesem Tag war, bewusst los. Fokussiere dich dann auf das von dir gewünschte Ziel. D. h. formuliere dein Ziel und mache es dir dadurch bewusst.

Nehmen wir einmal an, du willst die Elektrotechnikprüfung nächsten Monat bestehen. Dann formulierst du einen positiven Satz zu diesem Wunsch. Wie beispielsweise „Ich beschließe, die Elektrotechnikprüfung zu bestehen“. Oder gerne noch einfacher „Elektrotechnikprüfung bestehen“. Wiederhole den Satz bewusst. Leise (wenn du dadurch deine Freundin nicht aufweckst) – oder noch besser laut. Das gesprochene Wort hat noch mehr Energie. Nachdem du das gemacht hast, lässt du wieder los. Lass den Gedanken einfach fallen. Du brauchst in jetzt nicht mehr. Denn er hat sich im Unterbewusstsein verankert und wirkt nun weiter, während du schläfst.

Nachts ruht das bewusste denken ganz. Dafür arbeitet das Unterbewusstsein auf Hochtouren. Also mit fast 100 %. Dadurch wird dein Beschluss auf beste Weise unterstützt. Alles in deiner Persönlichkeit wird nun während des Schlafens auf „Elektrotechnikprüfung bestehen“ ausgerichtet.

Nicht ins Gedankenkarussell geraten!

Du siehst also: Der Abendgedanke ist ein kurzer, knackiger Gedanke! Er hat nichts mit dem Gedankenkarussell zu tun. Das ist das, was den ganzen Tag durch deinen Kopf rattert. A là: „Ich muss die Elektrotechnikprüfung bestehen, ich muss …, usw.“. Und auch wenn das Gedankenkarussell nur 3 % der eigentlichen Gehirnleistung in Anspruch nimmt, kann es einen ganz schön schwindelig machen. Vor allem, wenn man nicht weiß, wie man rauskommt oder es anhält.

Das wichtigste am Abendgedanken ist deshalb, dass du ihn wieder loslässt.

Denn das Bett ist vor allem ein Erholungs- und Rückzugsort. Kein Platz für intellektuelle Arbeit oder Alltagsprobleme. Auch nicht fürs lesen, lernen oder fernsehen. Und schon gar nicht fürs Arbeiten. Wer derlei im Bett veranstaltet, darf sich über Schlafprobleme nicht wundern. Deshalb hast du deinen Abendgedanken vor dem Bett und nicht im Bett.

Im Bett gibt es nur schlafen oder Sex. Gerade das Liebesspiel ist eine wunderbare Gelegenheit, um das Denken mal ganz sein zu lassen. Sich ganz auf den Partner einzulassen. Und sich Gedankenlosigkeit zu erlauben. Darüber hinaus fördert es die Entspannung und damit auch erholsamen Schlaf.

Die Morgengedanken

Gedanken am Morgen wirken anders. Deshalb bietet sich für den Morgengedanken eine andere Einstellung an. Zuerst mal musst du wach werden. „Wach werden“ ist der Moment, indem das Unterbewusstsein zum Wach- bzw. Tagesbewusstsein umschält.

Du kennst das ja selbst morgens. Den Punkt des „Wach werdens“ nimmst du normalerweise noch gar nicht wahr. Meistens ist es eher ein fließender Übergang. Der Wecker klingelt und du döst noch ein bisschen. Vielleicht siehst du bewusst Bilder deines letzten Traumes. Der hat sich zwar noch im Unterbewusstsein abgespielt – aber du kannst die Bilder manchmal noch mit dem Tagesbewusstsein wahrnehmen.

Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für deinen Morgengedanken!

Du könntest jetzt natürlich wieder beschließen, die Elektrotechnik-Prüfung zu bestehen. Aber morgens ist dir vielleicht noch nicht danach. Weil dir diese Prüfung vielleicht eher ein schlechtes Gefühl beschert. Das würdest du dann mit in den Tag tragen. Bessere Morgengedanken geben dir ein gutes Gefühl. Sie lassen dich motiviert und freudig aus dem Bett springen!

Für ein Beispiel bleiben wir trotzdem noch mal bei dieser Prüfung. Wie wäre es mit „Ich habe die Elektrotechnik-Prüfung bestanden!“? Fühlt sich das gut an?

Wenn nicht: Stell dir vor, wie es sich anfühlt, die Prüfung bestanden zu haben.

Auch wenn das nur kurz klappt: Es beschert dir einen guten Start in den Tag.

Dadurch, dass du noch im Dämmerzustand warst, prägt sich deinem Unterbewusstsein das positive Gefühl ein. Es wirkt weiter. Auch wenn du dann (hoffentlich irgendwann ;-)) ganz wach bist und das Wachbewusstsein die Oberhand gewonnen hat.

Das Gehirn und der Abwehrmodus

Wenn du wach bist, ist das Gehirn im „Abwehrmodus“. Das bewusste Denken bestimmt darüber, was gut und schlecht ist. D. h. die Glaubenssätze, die dein Wesen und deine Persönlichkeit ausmachen, sind dann wieder Barrikaden. Sie verhindern, dass positive Gedanken das Unterbewusstsein erreichen und dort wirken können.

Ein Beispiel für einen negativen Glaubenssatz ist „Ich lerne zu wenig, um meine Prüfungen zu bestehen.“ Wenn diese Prägung in deinem Unterbewusstsein verankert ist, wirkt sie stark. Bewusstes denken im totalen Wachzustand ist kaum in der Lage, diese Barrikade zu überwinden. Ist ja klar: 3 % können gegen 95 % Kapazität nichts ausrichten!

Im Dämmerzustand ist die Barrikade wesentlich niedriger. Deshalb ist es auch am besten, den Morgengedanken so früh als möglich nach dem Aufwachen zu haben. Denn: je dämmriger dein Zustand ist, desto niedriger ist die Barrikade. Und desto leichter kannst du neue, positive Glaubenssätze verankern – oder alte, negative auflösen.

Regelmäßig denken

Wichtig ist noch, dass du den Gedanken regelmäßig denkst. Also nicht nur einmal. So auf die Art „Morgen ist Prüfung, ich beschließe heute Abend mal, sie zu bestehen.“

Denn erst nach ca. 30 Tagen haben sich deine Gedanken im Unterbewusstsein manifestiert. Dann hast du dein Gehirn soweit konditioniert, dass dein Ziel wirkungsvoll unterstützt wird.

Mach deine Gedanken noch wirkungsvoller

Morgen- und Abendgedanken kannst du ausgehend von Wörtern beliebig erweitern. Stell dir Bilder vor, Filmsequenzen, höre Töne, Musik oder Naturgeräusche, spüre Formen oder Oberflächen, usw.

Wenn du das entstehende gute Gefühl bewusst wahrnimmst werden positive Gedanken noch effektiver. Also stell dir immer wieder die Frage „Wie fühlt es sich an, die Elektrotechnikprüfung bestanden zu haben“? Oder den neuen Ferrari in der Garage zu haben? Oder mit Lena ins Kino zu gehen, oder …, usw. Fühle, wie es ist, wenn dein Wunsch in Erfüllung geht.

Gibt es noch Fragen?

Eine besondere Form des Morgen- oder Abendgedankens ist die Frage. Morgens könntest du z. B. fragen:

  • Für was kann ich heute dankbar sein?
  • Warum stehe ich heute Morgen auf?
  • Was würde ich jetzt tun, wenn ich reich wäre?

Stell die Frage nur. Versuch nicht, sie zu beantworten. Beobachte, welche Antwort gleich danach oder im Laufe des Tages kommt. Oft ergeben sich aus Morgenfragen neue Erkenntnisse über den eigenen Lebensweg. Um konkrete Ziele zu erreichen sind sie dafür weniger geeignet.

Das gleiche gilt für die Abendfrage. Abends bewusst gestellt arbeitet das Unterbewusstsein im Stillen an der Beantwortung. Morgens ist die Antwort dann oft einfach da. Vielleicht als erster bewusster Gedanke nach dem Aufwachen. Sei achtsam um sie nicht zu verpassen. Ehe du dich versiehst hat sich eine im Dämmerzustand gedachte Idee schon wieder in Luft aufgelöst.

Abendfragen können ruhig auch ganz konkret sein. Hier einige Beispiele:

  • Was soll ich morgen für die Elektrotechnik-Prüfung lernen?
  • Soll ich Lena in der Bibliothek, in der Mensa oder vor dem Hörsaal ansprechen?
  • Ist es besser als Wahlpflichtfach Solarthermie oder Photovoltaik zu wählen?

Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Probiere es aus. Du kannst dabei nur gewinnen.

Fazit

Nach dem Aufwachen im Dämmerzustand gedachte Gedanken sind besonders effektiv. Denn sie prägen sich dem Unterbewusstsein viel leichter ein als zu einem anderen Zeitpunkt des Tages gedachtes. Außerdem bestimmen sie das Grundgefühl des Tages. Abends Vergegenwärtigtes wirkt im Unterbewusstsein über Nacht. Dadurch können seine riesigen Kapazitäten für die Verwirklichung von Träumen genutzt werden.

Gerade abends und morgens gedachtes sollte also positiv und lebensbejahend sein! Denn sie formen deine Wirklichkeit am unmittelbarsten.

Und du? Was denkst du bis jetzt normalerweise so morgens oder abends?

 

Photo: Rafal Drag

 

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