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Durch Fragen bewusster werden

Fragen

Bist du auch ständig online? Hast du dauernd die Lauscher auf Empfang?

Dann geht es dir wie vielen Menschen.

Wir alle leben in einer Welt, in der Informationen fast immer und überall verfügbar sind. Das gilt zumindest in Deutschland. Denn schnelle Internetverbindungen und LTE-Netze reichen bis in die entlegensten Winkel der Republik.

Dadurch kannst du sowohl mit Freunden und Bekannten als auch mit eigentlich Fremden ständig in Kontakt sein. Aber dafür wirst du auch dauernd und an jedem Ort informiert, berieselt und besäuselt – sofern du das zulässt. Und wenn du mal nicht erreichbar sein möchtest, kostet es richtig Mühe, der Informationsflut zu entgehen.

Kommt dir das alles bekannt vor? Bist du tatsächlich jemand, bei dem immer die grüne LED leuchtet? Und ist dir das manchmal alles viel zu viel?

Dann lies weiter. Im Artikel erfährst du mehr über:

  • Information und Desinformation.
  • Wie Informationen eingesetzt werden, um Menschen zu steuern.
  • Wie du durch Fragen bewusster wirst und deine wahren Bedürfnisse entdeckst.

So funktioniert das Informations-Bombardement

Zuallererst funktioniert das Informations-Bombardement natürlich per „Web 2.0“ oder die „Social Media“-Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram, Google+, Whats App usw.

Aber auch Radio- und Fernsehsendungen werden nicht mehr nur über die herkömmlichen Wege verbreitet. Sie sind zusätzlich in Mediatheken verfügbar und dadurch weltweit und wann man möchte zu empfangen.

Dazu gibt es Berichterstatter, die ihre Informationen ausschließlich über „das Web“ verbreiten:

  • Blogger schreiben.
  • Podcasts werden aufgenommen.
  • Filme werden gedreht und auf YouTube, Vimeo etc. gestellt.

Zusätzlich wirst du bombardiert mit Newsfeeds oder –lettern, Info-Emails, Pop-Up-Fenstern, usw. Zum Glück hast du deinen Tablet-PC, um nur ja nichts zu verpassen!

Aber natürlich liest du auch noch Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Magazine, um deinen Input abzurunden. Und sind die Tablets und Smartphones dann endlich aus, zückst du den MP3-Player oder den Ipod um dir noch ein Hörbuch reinzuziehen oder dich mit Musik berieseln zu lassen.

Du wirst also laufend mit Informationen bombardiert – egal ob du willst oder nicht. Selbst wenn du nicht willst, ist der Wille oft zu schwach, um einfach mal die Lauscher abzuschalten. Und damit auch den Sinnen, dem Hören, dem Sehen und dem Geist eine Pause zu gönnen.

Selbst mir fällt das manchmal schwer. Denn auch ich gerate ab und zu in einen Kreislauf, in dem ich glaube, immer mehr zu brauchen. Fast wie ein Süchtiger. Es ist dann nie genug. Wenn es mir so geht, spielt meist die Angst eine Rolle, etwas zu verpassen. Die Frage ist jedoch, ob es wirklich etwas zu versäumen gibt.

Der Zweck von Information und Desinformation

Hast du dich schon mal gefragt,

  • ob alle Informationen sinnvoll und wichtig sind?
  • ob alle Informationen wahr und richtig sind?
  • ob du – zumindest manchmal – eher desinformiert anstatt informiert wirst?

Fakt ist, dass selbst harmlos erscheinende „Hintergrundgeräusche“ wie z. B. Fahrstuhl- oder Kaufhausmusik einen bestimmten Zweck verfolgen.

Beobachte dich einmal beim einkaufen. Wie wirkt die Musik auf dich? Was macht sie mit dir?

  • Kannst du dich auf die Dinge fokussieren, die du brauchst?
    Oder zerstreut sie deine Konzentration?
  • Gehst du zielstrebig zu den Regalen, wo du diese Dinge findest?
    Oder facht sie dein Suchtverhalten an?
  • Fällt dir an der Kasse manchmal plötzlich auf, dass der Einkaufswagen randvoll ist?
    Oder liegt meistens genau das im Wagen, was du wolltest?

Kaufhausmusik hat also letztendlich den Zweck dich abzulenken. Das Ziel: Du sollst so viel wie möglich in den Einkaufswagen legen.

Too much: Information Overload

Eigentlich ist es so, dass die Vielfalt an Informationen das menschliche Gehirn überreizt und uns überlastet.

Und das ist ganz logisch: Das menschliche Gehirn entwickelt sich seit zehntausenden von Jahren. Dabei hatte es aber meistens ganz einfache Aufgaben. Und nur sehr selten geschahen Dinge parallel. Es hatte also wesentlich mehr Zeit als heute um sich auf neue Herausforderungen einzustellen. Und diese neuen Herausforderungen waren zudem wesentlich einfacher und weniger komplex.

Während es in der Steinzeit vielleicht darum ging, Höhlenzeichnungen zu entziffern, mussten später Buchstaben gelernt und verstanden werden. Und im Mittelalter gab es die ersten Straßenschilder. Aber heute gibt es in einem durchschnittlichen Supermarkt 10.540 verschiedene Waren mit genauso vielen Etiketten. Und alles ist kunterbunt. Freitagabends, wenn die meisten Menschen einkaufen gehen, ist es laut und hektisch. Telefone klingeln, Kinder schreien. Alles passiert parallel. Plakate werben für Urlaubsreisen, Call-by-Call Anbieter, usw. Alles ist angeblich neu und wichtig.

Verglichen mit der langsamen Entwicklung früher explodiert das Informationsangebot vor allem in den letzten 20 Jahren mit dem Aufkommen von Internet und Mobilkommunikation geradezu. Und das natürlich nicht nur im Supermarkt.

Unser Gehirn hat aber gar nicht die Kapazität, diese Flut zu verarbeiten. 20 Jahre waren zu wenig, um sich entsprechend weiterzuentwickeln. Es ist deswegen permanent damit beschäftigt, die für uns unnützen und unwichtigen Informationen auszusortieren um sich vor der schlimmsten Überlastung zu schützen.

Menschenlenkung per Information

Wenn jedoch Informationen unterbewusst in uns etwas auslösen, wie z. B. ein Gefühl der Angst bei der Berichterstattung über einen Bürgerkrieg im Nahen Osten, fällt das „aussortieren“ nicht so leicht. Oberflächlich ist zwar alles klar: „Der Krieg ist weit weg. Mir geht es gut. Ich habe zu Essen und bin sicher.“, sagt der Verstand.

Das Unterbewusstsein hat aber eine wesentlich größere Kapazität als das Wachbewusstsein bzw. der Verstand. Man spricht von 95 % für das Unterbewusstsein, 3 % für das Wachbewusstsein und 2 % für das Überbewusstsein.

Das hat zur Folge, dass das Unterbewusstsein unser Erleben bestimmt. Zum Beispiel beschäftigen dich dann eben doch Gedanken an den Krieg, Bilder steigen in dir auf und du hast womöglich mit Angstgefühlen zu tun. Dein Schlaf, deine Träume und dein Wohlbefinden können beeinflusst werden. Und vielleicht sollen sie das sogar. Vielleicht sollst du dich nach den Nachrichten richten?

Vielleicht sollen wir klein und ängstlich bleiben, um so leichter steuerbar zu sein oder um öfter zu denken: „Ach, zum Glück geht es uns so gut!“.

Dazu trägt auch der Konsum bei. Erinnere dich an das Beispiel mit der Kaufhausmusik! Auch Suggestionen aus der Werbung oder Klatsch und Tratsch aus Illustrierten dringen in das Unterbewusstsein. So halten sie uns auf Trab und im Konsum-Modus und sorgen dafür, dass wir von wichtigerem abgelenkt werden.

Wie du durch Fragen bewusster wirst und deine wahren Bedürfnisse entdeckst

Im Endeffekt hilft alles nichts:

Wenn du Wahrheit erfahren willst, solltest du dich ab und zu bewusst dem Strom der auf dich einprasselnden Informationen entziehen. Also: Smartphone aus und ab in den Wald!

Smartphone aus und ab in den Wald!

Und außerdem solltest du wieder anfangen, zu fragen.

Eine Frage lässt sich vergleichen mit einem Samen, der in die Erde gepflanzt wird. Er keimt, schlägt Wurzeln und wächst heran zu einer blühenden Pflanze, die in diesem Vergleich die Antwort darstellt. Frag also – und warte einfach ab. Sei achtsam und nimm die Antwort dankbar an.

Diese Punkte solltest du beim Fragen beachten:

  • Stell dir vor, du siehst Dinge oder betrachtest Situationen zum allerersten Mal.
  • Formuliere die Frage bewusst. Mach dir also Gedanken, was genau du wissen willst.
  • Stelle entweder unschuldige Fragen wie ein total unvoreingenommenes Kind oder unbequeme Fragen wie jemand, den du sonst als Nörgler bezeichnen würdest.

Du kannst…

  • deine Fragen laut vor dich hin sprechen, sie in dein Tagebuch oder auf einen Zettel schreiben oder sie nur gedanklich formulieren.
  • den Zettel unter dein Kopfkissen legen, ihn vergraben und dabei um Antwort bitten, eine Flaschenpost verschicken, gezielt morgens bzw. abends fragen, usw.
  • in die Natur gehen und den Himmel, den Mond, eine blühende Sommerlinde, ein Gänseblümchen, eine Kuh auf der Weide, usw. befragen.

Du siehst also: Es gibt unzählige Möglichkeiten – lass deiner Kreativität freien Lauf! Probiere es einfach aus anstatt immer nur zu googeln!

Natürlich kannst du auch andere Menschen befragen. Frag z. B.

  • die Bäckereifachverkäuferin, welche Zutaten in der Laugenbrezel verarbeitet wurden, die vor dir in der Auslage liegt.
  • den Obsthändler, mit welchen Präparaten die Äpfel behandelt wurden, die so schön glänzend und kerngesund aussehen.
  • Sonntags deine Mutter, warum die Pommes tiefgekühlt aus einer Plastiktüte kommen.

Frag andere Menschen, warum sie Dinge immer genau auf eine Art machen. Oft wirst du feststellen, dass sie sich noch nie Gedanken über ihr Verhalten oder ihre Vorgehensweisen gemacht haben. Sie führen sie einfach aus wie ferngesteuert oder auf Autopilot.

Sie sind sich also gar nicht bewusst, was sie tun bzw. wie sie es tun oder auch was sie kaufen, verkaufen, kochen, konsumieren, usw.

Du kannst bewusster werden, indem du Dinge und erhaltene Informationen hinterfragst. Dann findest du vielleicht heraus, ob es wirklich notwendig ist, dass die Laugenbrezel aus einer Fertigbackmischung hergestellt wurde, dass die Äpfel mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden oder dass deine Mutter die TK-Pommes nimmt, weil es schneller geht.

Zusammengefasst

Wir werden mit Informationen bombardiert, die zum einen zuviel und zum anderen für uns selbst, unser Befinden und unsere Entwicklung oft sinnlos oder sogar nachteilig sind.

Diese Informationen werden aber auch gezielt dazu genutzt, um uns zu manipulieren und uns besser steuern zu können. Denn sie können uns zum Beispiel zum Konsum verführen oder Ängste wachrufen.

Leider kann uns dies davon abhalten, unsere wirklichen Bedürfnisse zu erkennen und bewusster zu werden. Dadurch kann uns das Informations-Bombardement an unserer persönlichen Entwicklung hindern. Und dich letztendlich davon abhalten, ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Fragen zu stellen hilft dir, deinen Autopilot auszuschalten.

Nur die Frage allein bringt sofort mehr Bewusstheit in dein Leben. Sie inspiriert dich für die Suche nach deiner eigenen Wahrheit.

Was hast du zuletzt hinterfragt? Und wie war die Antwort?

 

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